Samstag, 1. Dezember 2012

Als ich unsichtbar war - LESETIPP!

Welches Buch mich in diiesem Jahr am meisten beeindruckt hat, war Als ich unsichtbar war (Originaltitel: Ghost Boy) von Martin Pistorius.

 
Martin Pistorius lebt mit seiner Familie in Südafrika, als er im Alter von zwölf plötzlich erkrankt. Es beginnt mit harmlosen Halsschmerzen, es kommen Bewegungsschmerzen und Sprachstörungen hinzu, die Ärzte sind schließlich ratlos (und kennen bis heute keine Erklärung). Die Eltern müssen schließlich mit ansehen, wie ihr Sohn in kürzester Zeit körperlich verfällt, sich nicht mehr bewegen, nicht mehr sprechen kann. Die Ärzte gehen von einer degenerativen Hirnerkrankung aus. Martin sei praktisch hirntot, nur die körpereigenen Reflexe - schlucken, Lidreflex, Muskelreflexe, Lächeln... - funktionieren noch.
 
Und Martins Gehirn ist tatsächlich tot - bis es nach etwa 6 Jahren plötzlich wieder erwacht. Doch er kann sich nicht mitteilen, hat keine aktive Kontrolle über seinen verkrampften Körper und keine Stimme. Er erinnert sich nicht an seine Kindheit, in dem Heim, in dem er tagsüber gepflegt wird, sprechen alle mit ihm wie mit einem Kleinkind, seine Versuche, durch Blicke und Lächeln eine Verständigung herbeizuführen, scheitern alle, jahrelang. Von einem derart degenerierten Patienten erwartet niemand Kommunikation. Martin gibt auf, er ist für immer gefangen in seinem abgeschriebenen Körper. Seine Mutter, die an Martins Krankheit fast zerbrochen ist, sagt diesem leblosen Körper ins Gesicht "Ich wünschte, Du würdest endlich sterben.".
Bis eine Masseurin, die eher aus Gewohnheit mit ihm spricht, feststellt, dass Martins Lächeln und Kopfzucken "Ja" und "Nein" heißen. Sie setzt sich durch und ermöglicht es Martin gegen alle Zweifel der Ärzte, sich testen zu lassen. Und Martin besteht alle Tests, obwohl er die Fähigkeit zu lesen verlernt hat. Martin ist Anfang 20.
 
Die Eltern investieren in Kommunikationscomputer (wie sie etwa der Physiker Stephen Hawking benutzt) und Martin trainiert so hart, dass seine verkrampften Arme ihm immer mehr gehorchen, er bringt sich selbst das Lesen und Schreiben bei und kann bald seinen Laptop nutzen, um mit seiner Familie und mit Kontakten auf der ganzen Welt zu kommunizieren. Ein elektrischer Rollstuhl macht ihn mobil.


Seine Schwester, die in London studiert, macht Martin schließlich per Videochat mit ihrer Freundin Joanna bekannt. Das erste, was Joanna sieht, ist ein gutaussehender Mann mit einem Wahnsinnslächeln - und verliebt sich sofort in ihn.
Inzwischen sind Martin und Joanna verheiratet. Martin arbeitet inzwischen als IT-Techniker, kann einen normalen Rollstuhl allein bewegen, hat Kontrolle über seine Arme (wenn es auch noch an der Feinmotorik hapert) und versucht es mittels Physiotherapie sogar immer wieder mit dem Gehen. Momentan plant er, den Führerschein zu machen. Joanna und Martin leben in London und Südafrika ein ganz normales Leben ohne fremde Hilfe oder Pflege. Nur Sprechen kann Martin nicht. Dies hindert ihn allerdings nicht daran, Vorträge zu halten und Fernsehinterviews zu geben! :-))

Hier ein etwas älteres Fernsehinterview. Im Internet gibt es zahlreiche neuere Printinterviews.

 
Ich bin schwer beeindruckt von dieser Geschichte mit absolutem Happy End und Heul-Faktor! :-))Martin Pistorius ist mit seiner positiven Art, seinem Lebenshunger und Durchhaltewillen ohne jedes Selbstmitleid, Haß- oder Rachegefühle ein echtes Vorbild.
Normalerweise kann ich solche Schicksalsberichte nicht lesen, weil sie mich meistens völlig runterziehen. Dieses Buch ist ganz anders und sprüht nur so vor absoluter Lebensfreude! Mein Tipp: LESEN! :)

Viele Grüße
Anke

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